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16 changes: 8 additions & 8 deletions Vorlesungen/lecture-01.tex
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\begin{frame}\frametitle{Prüfung und Prüfungsvorbereitung}
\begin{itemize}
\item schritliche Prüfung (90min) am Ende des Sommersemesters, vermutlich online
\item schriftliche Prüfung (90min) am Ende des Sommersemesters, vermutlich online
\item prüfungsrelevant:\\
kompletter Stoff aus Vorlesung \alert{und} Übung;\\
Wiedergeben (Definieren), Anwenden (Rechnen) und Erklären (Beweisen)
Expand Down Expand Up @@ -223,7 +223,7 @@
\begin{itemize}
\item Was heißt "`berechnen"'?
\item Welche Probleme kann man auf reellen Computern lösen?
\item Was wäre wenn wir mächtigere Computer hätten?
\item Was wäre, wenn wir mächtigere Computer hätten?
\item Was macht Rechenprobleme "`schwer"' oder "`einfach"'?
\item Sind alternative Rechenmodelle denkbar?
\item Welche (mathematischen/physikalischen/biologischen) Systeme können sonst noch rechnen?
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geschrieben als Wort (Bandinhalt), in dem der Zustand vor der Position des Kopfes eingefügt ist
\bigskip

\redalert{Übergangsrelation:} Beziehung zwischen zwei Konfigurationen wenn die TM von der ersten in die zweite übergehen kann (deterministisch oder nichtdeterministisch); geschrieben als $\vdash$
\redalert{Übergangsrelation:} Beziehung zwischen zwei Konfigurationen, wenn die TM von der ersten in die zweite übergehen kann (deterministisch oder nichtdeterministisch); geschrieben als $\vdash$
\bigskip

\redalert{Lauf:} mögliche Abfolge von Konfigurationen einer TM, beginnend mit der Startkonfiguration; kann endlich oder unendlich sein
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\begin{enumerate}[(1)]
\item \alert{Transducer:} Ausgabe der TM ist der Inhalt des Bandes, wenn sie hält, oder undefiniert, wenn sie nicht hält (partielle Funktion); Endzustände spielen keine Rolle und können weggelassen werden
\item \alert{Entscheider:} Ausgabe der TM hat nur zwei Werte: die TM "`akzeptiert"', wenn sie in einem Endzustand hält und sie "`verwirft"' wenn sie in einem Nicht-Endzustand oder gar nicht hält;
\item \alert{Entscheider:} Ausgabe der TM hat nur zwei Werte: die TM "`akzeptiert"', wenn sie in einem Endzustand hält und sie "`verwirft"' wenn sie in einem Nichtendzustand oder gar nicht hält;
Bandinhalt beim Halten spielt keine Rolle und kann ignoriert werden
\end{enumerate}

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Wir wissen: {\tiny(aus "`Formale Systeme"', Winter 2020/2021, 19. Vorlesung)}

\theobox{\textbf{Satz:} Jede NTM kann durch eine DTM simuliert werden. Insbesondere akzeptieren deterministische und nichtdeterministische Turingmaschinen die selben Sprachen.}
\theobox{\emph{Satz:} Jede NTM kann durch eine DTM simuliert werden. Insbesondere akzeptieren deterministische und nichtdeterministische Turingmaschinen dieselben Sprachen.}
\pause

Allgemeiner gilt: kein bekanntes Berechnungsmodell kann mehr berechnen als TMs

\anybox{purple}{\textbf{Church-Turing-These:} Jede (partielle) Funktion, die intuitiv als berechenbar angesehen werden kann, ist auch mit einer Turingmaschine berechenbar.}
\anybox{purple}{\emph{Church-Turing-These:} Jede (partielle) Funktion, die intuitiv als berechenbar angesehen werden kann, ist auch mit einer Turingmaschine berechenbar.}

\begin{itemize}
\item \emph{Lesart 1:} Vorschlag einer mathematischen Definition der intuitiven Idee von Berechenbarkeit
Expand All @@ -533,11 +533,11 @@
\bigskip

\anybox{yellow}{
Was erwartet uns als nächstes?
Was erwartet uns als Nächstes?
\begin{itemize}
\item Probleme
\item Paradoxien
\item Phenomenal große Zahlen
\item Phänomenal große Zahlen
\end{itemize}
}

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38 changes: 19 additions & 19 deletions Vorlesungen/lecture-02.tex
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Die Eingabe wird auf das erste Band geschrieben.
\end{itemize}

\theobox{Satz: Deterministische und nichtdeterministische Turingmaschinen mit einer beliebigen Anzahl von Bändern können die gleichen Berechnungen ausführen.}
\theobox{\emph{Satz:} Deterministische und nichtdeterministische Turingmaschinen mit einer beliebigen Anzahl von Bändern können die gleichen Berechnungen ausführen.}

Details siehe Vorlesung Formale Systeme (Winter 2017/2018, Vorlesungen 18 und 19)
Details siehe Vorlesung Formale Systeme (Winter 2020/2021, Vorlesungen 18 und 19)

\end{frame}

Expand Down Expand Up @@ -78,7 +78,7 @@
Eine Turingmaschine kann eine Funktion von Eingabewörtern auf Ausgabewörter definieren:\medskip

\defbox{Eine DTM $\Smach{M}$ \redalert{berechnet} eine partielle Funktion $f_{\Smach{M}}:\Sigma^*\to\Sigma^*$ wie folgt.
Für ein Wort $w\in\Sigma^*$ ist $f_{\Smach{M}}(w)=v$ wenn $\Smach{M}$ bei Eingabe $w$ mit einem Band anhält, auf dem
Für ein Wort $w\in\Sigma^*$ ist $f_{\Smach{M}}(w)=v$, wenn $\Smach{M}$ bei Eingabe $w$ mit einem Band anhält, auf dem
nur $v$ steht, d.h., wenn der Bandinhalt nach dem Halten die Form $v\blank\blank\blank\cdots$ hat.}\pause

Es gibt also zwei Fälle, in denen $f_{\Smach{M}}(w)$ undefiniert ist:
Expand Down Expand Up @@ -122,7 +122,7 @@
%
Die \redalert{durch $\Smach{M}$ aufgezählte Sprache} ist die Menge aller Wörter
aus $\Sigma^*$, die $\Smach{M}$ ausgibt, wenn $\Smach{M}$ auf dem leeren Band gestartet wird.\\
{\tiny(Anmerkung: Die Definition erlaubt die Ausgabe von Wörtern aus $\Gamma^*\setminus\Sigma^*$. Diese gehören für uns nicht zur aufgezählten Sprache.}
{\tiny(Anmerkung: Die Definition erlaubt die Ausgabe von Wörtern aus $\Gamma^*\setminus\Sigma^*$. Diese gehören für uns nicht zur aufgezählten Sprache.)}
}\bigskip

Die durch $\Smach{M}$ aufgezählte Sprache kann unendlich sein, wenn $\Smach{M}$ auf der leeren Eingabe nicht hält.
Expand Down Expand Up @@ -161,7 +161,7 @@

\begin{frame}[t]\frametitle{Aufzählbar = semi-entscheidbar (1)}

\theobox{Satz: Eine Sprache $\Slang{L}$ ist genau dann semi-entscheidbar, wenn es
\theobox{\emph{Satz:} Eine Sprache $\Slang{L}$ ist genau dann semi-entscheidbar, wenn es
einen Aufzähler für $\Slang{L}$ gibt.
}\pause

Expand All @@ -178,7 +178,7 @@

\begin{frame}[t]\frametitle{Aufzählbar = semi-entscheidbar (2)}

\theobox{Satz: Eine Sprache $\Slang{L}$ ist genau dann semi-entscheidbar, wenn es
\theobox{\emph{Satz:} Eine Sprache $\Slang{L}$ ist genau dann semi-entscheidbar, wenn es
einen Aufzähler für $\Slang{L}$ gibt.
}\pause

Expand Down Expand Up @@ -211,7 +211,7 @@
\item \alert{Tupel} (Listen) von Wörtern (oder natürlichen Zahlen, \ldots), können kodiert werden, indem man zum Eingabealphabet ein zusätzliches Trennzeichen $\Sterm{\#}$ hinzufügt
\end{itemize}\bigskip\pause

\examplebox{Beispiel: Mithilfe dieser Kodierungen können wir z.B. von berechenbaren Funktionen $\mathbb{N}\to\mathbb{N}$ oder von
\examplebox{\emph{Beispiel:} Mithilfe dieser Kodierungen können wir z.B. von berechenbaren Funktionen $\mathbb{N}\to\mathbb{N}$ oder von
semi-entscheidbaren Teilmengen von $\mathbb{N}\times\mathbb{N}$ sprechen.}\medskip

Anmerkung: Oft gibt es viele denkbare Kodierungen eines Objektes als Wort. Vorerst sollen uns die Details nicht interessieren, solange klar ist, dass eine TM die Kodierung entschlüsseln kann.
Expand All @@ -224,22 +224,22 @@

Berechenbarkeit von Funktionen und Sprachen sind eng verwandt.

\theobox{Satz: Eine Sprache $\Slang{L}$ ist genau dann entscheidbar, wenn die folgende Funktion $f:\Sigma^*\to\Sigma^*$ berechenbar ist (o.B.d.A. sei $\{\Sterm{0},\Sterm{1}\}\subseteq\Sigma$):
\theobox{\emph{Satz:} Eine Sprache $\Slang{L}$ ist genau dann entscheidbar, wenn die folgende Funktion $f:\Sigma^*\to\Sigma^*$ berechenbar ist (o.B.d.A. sei $\{\Sterm{0},\Sterm{1}\}\subseteq\Sigma$):
\[f(w)= \left\{\begin{array}{ll}
\Sterm{1} & \text{falls $w\in\Slang{L}$}\\
\Sterm{0} & \text{falls $w\notin\Slang{L}$}\\
\end{array}\right.\]}\pause

{\footnotesize
\emph{Beweisskizze:} "`$\Rightarrow$"' Ein Entscheider für $\Slang{L}$ kann in eine TM für $f$ umgebaut werden. Dazu verwendet man "`Subroutinen"', die den Bandinhalt löschen und mit einem einzelnen Zeichen \Sterm{1} oder \Sterm{0} ersetzten. Diese Routinen werden aufgerufen, wenn der ursprüngliche Entscheider halten würde: die \Sterm{1}-Routine beim Halten in einem Endzustand, die \Sterm{0}-Routine andernfalls.\medskip
\emph{Beweisskizze:} "`$\Rightarrow$"' Ein Entscheider für $\Slang{L}$ kann in eine TM für $f$ umgebaut werden. Dazu verwendet man "`Subroutinen"', die den Bandinhalt löschen und mit einem einzelnen Zeichen \Sterm{1} oder \Sterm{0} ersetzen. Diese Routinen werden aufgerufen, wenn der ursprüngliche Entscheider halten würde: die \Sterm{1}-Routine beim Halten in einem Endzustand, die \Sterm{0}-Routine andernfalls.\medskip

{\tiny Eventuell muss man den Entscheider außerdem so modifizieren, dass das
Zeichen $\blank$ nur am Ende des verwendeten Bandinhaltes vorkommen kann (sonst wird das Löschen des gesamten Bandes problematisch!).

}
\smallskip

"`$\Leftarrow$"' Eine TM, die $f$ berechnet, kann in einen Entscheider für $\Slang{L}$ umgebaut werden. Die Idee ist wie zuvor, aber die Subroutinen prüfen jetzt, ob das Band \Sterm{1} oder \Sterm{0} enthält und wechseln entsprechend in einen akzeptierenden oder nicht-akzeptierenden Zustand.\qed
"`$\Leftarrow$"' Eine TM, die $f$ berechnet, kann in einen Entscheider für $\Slang{L}$ umgebaut werden. Die Idee ist wie zuvor, aber die Subroutinen prüfen jetzt, ob das Band \Sterm{1} oder \Sterm{0} enthält und wechseln entsprechend in einen akzeptierenden oder nichtakzeptierenden Zustand.\qed

}

Expand All @@ -249,7 +249,7 @@

Für die Umkehrung stellen wir Funktionen als Mengen dar:

\theobox{Satz: Eine partielle Funktion $f$ ist genau dann berechenbar, wenn die Sprache
\theobox{\emph{Satz:} Eine partielle Funktion $f$ ist genau dann berechenbar, wenn die Sprache
\[\textsf{Graph}_f=\{\tuple{w,f(w)}\mid w\in\Sigma^*,\; f(w)\text{ definiert}\}\] semi-entscheidbar ist.
Ist $f$ total, dann ist $\textsf{Graph}_f$ sogar entscheidbar.}

Expand All @@ -270,7 +270,7 @@

Für die Umkehrung stellen wir Funktionen als Mengen dar:

\theobox{Satz: Eine partielle Funktion $f$ ist genau dann berechenbar, wenn die Sprache
\theobox{\emph{Satz:} Eine partielle Funktion $f$ ist genau dann berechenbar, wenn die Sprache
\[\textsf{Graph}_f=\{\tuple{w,f(w)}\mid w\in\Sigma^*,\; f(w)\text{ definiert}\}\] semi-entscheidbar ist.
Ist $f$ total, dann ist $\textsf{Graph}_f$ sogar entscheidbar.}\pause

Expand All @@ -297,7 +297,7 @@

\begin{frame}\frametitle{Es gibt unentscheidbare Probleme}

\theobox{Satz: Es gibt Sprachen und Funktionen, die nicht berechenbar sind.}
\theobox{\emph{Satz:} Es gibt Sprachen und Funktionen, die nicht berechenbar sind.}

\pause
Dies kann man wie folgt zeigen:
Expand Down Expand Up @@ -369,7 +369,7 @@
\visible<2->{\Slangsub{L}{d} & - & - & \times & \ldots & }
\end{array}\]\pause
\item Wir konstruieren eine Sprache $\Slangsub{L}{d}$ durch \alert{Diagonalisierung}.\\
Formal: $w_i\in \Slangsub{L}{d}$ genau dann wenn $w_i\notin\Slangsub{L}{i}$.\pause
Formal: $w_i\in \Slangsub{L}{d}$ genau dann, wenn $w_i\notin\Slangsub{L}{i}$.\pause
\end{itemize}
Dann kommt $\Slangsub{L}{d}$ in der Tabelle nicht vor. Widerspruch.

Expand All @@ -382,7 +382,7 @@

Es reicht nicht aus, dass wir nicht wissen, wie ein Problem algorithmisch gelöst werden kann!\bigskip

\examplebox{Beispiel: Sei $\Slang{L}_\pi$ die Menge aller endlichen Ziffernfolgen, die in der Dezimaldarstellung von $\pi$ vorkommen. Zum Beispiel gilt $\Sterm{14159265}\in\Slang{L}_\pi$ und $\Sterm{41}\in\Slang{L}_\pi$. \\[1ex]
\examplebox{\emph{Beispiel:} Sei $\Slang{L}_\pi$ die Menge aller endlichen Ziffernfolgen, die in der Dezimaldarstellung von $\pi$ vorkommen. Zum Beispiel gilt $\Sterm{14159265}\in\Slang{L}_\pi$ und $\Sterm{41}\in\Slang{L}_\pi$. \\[1ex]

\only<3->{%
Wir wissen nicht, ob man die Sprache $\Slang{L}_\pi$ entscheiden kann, aber sie könnte dennoch entscheidbar sein (z.B. wenn jede endliche Ziffernfolge irgendwo in $\pi$ vorkommt, was aber bisher nicht bekannt ist).}}
Expand All @@ -394,7 +394,7 @@
Es gibt sogar Fälle, in denen wir sicher sind, dass ein Problem entscheidbar ist,
aber trotzdem nicht wissen, wie man es löst.\\[1.5ex]\pause

\examplebox{Beispiel: Sei $\Slang{L}_{\pi7}$ die Menge aller Ziffernfolgen der Form $\Sterm{7}^n$, die in der Dezimaldarstellung von $\pi$ vorkommen.\\[1ex]
\examplebox{\emph{Beispiel:} Sei $\Slang{L}_{\pi7}$ die Menge aller Ziffernfolgen der Form $\Sterm{7}^n$, die in der Dezimaldarstellung von $\pi$ vorkommen.\\[1ex]

\only<3->{
$\Slang{L}_{\pi7}$ ist entscheidbar:
Expand Down Expand Up @@ -422,7 +422,7 @@

\begin{frame}[t]\frametitle{Ein erstes unentscheidbares Problem (2)}

\emph{Frage:} Falls eine TM \alert{mit $n$ Zuständen} und \alert{einem zwei-elementigen Arbeitsalphabet $\Gamma=\{\Sterm{x}, \blank\}$} auf einem \alert{leeren Band} anhält, wie lange kann das im schlimmsten Fall dauern?\\
\emph{Frage:} Falls eine TM \alert{mit $n$ Zuständen} und \alert{einem zweielementigen Arbeitsalphabet $\Gamma=\{\Sterm{x}, \blank\}$} auf einem \alert{leeren Band} anhält, wie lange kann das im schlimmsten Fall dauern?\\
\bigskip\pause

\emph{Antwort:} Das kommt auf $n$ an \ldots\bigskip\pause
Expand Down Expand Up @@ -484,7 +484,7 @@

% Wie schwer kann das schon sein \ldots?\pause

\theobox{Satz: Die Busy-Beaver-Funktion ist nicht berechenbar.}
\theobox{\emph{Satz:} Die Busy-Beaver-Funktion ist nicht berechenbar.}

\pause
\emph{Beweisskizze:} Nehmen wir an, $\bbfunc$ wäre berechenbar.\pause
Expand Down Expand Up @@ -578,7 +578,7 @@
\bigskip

\anybox{yellow}{
Was erwartet uns als nächstes?
Was erwartet uns als Nächstes?
\begin{itemize}
\item Relevantere Probleme
\item Reduktionen
Expand Down
12 changes: 6 additions & 6 deletions Vorlesungen/lecture-03.tex
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Expand Up @@ -256,7 +256,7 @@

\end{frame}

\begin{frame}\frametitle{LOOP-Berechenbare Funktionen}
\begin{frame}\frametitle{LOOP-berechenbare Funktionen}

\defbox{\emph{Definition:} Eine Funktion $\mathbb{N}^k\to\mathbb{N}$ heißt \redalert{LOOP-berechenbar}, wenn es ein LOOP-Programm gibt, das die Funktion berechnet.}\bigskip
\pause
Expand Down Expand Up @@ -301,7 +301,7 @@

Das ist weniger überraschend, als es vielleicht klingt:\smallskip

\emph{Beweis:} Ein LOOP-Programm terminiert immer. Daher ist jede LOOP-berechenbare Funktion total. Es gibt aber auch nicht-totale Funktionen, die berechenbar sind (z.B. die ``partiellste'' Funktion, die nirgends definiert ist).\qed
\emph{Beweis:} Ein LOOP-Programm terminiert immer. Daher ist jede LOOP-berechenbare Funktion total. Es gibt aber auch nichttotale Funktionen, die berechenbar sind (z.B. die ``partiellste'' Funktion, die nirgends definiert ist).\qed
% \bigskip\pause
%
% \theobox{Satz: Es gibt berechenbare totale Funktionen, die nicht LOOP-berechenbar sind.}\pause
Expand Down Expand Up @@ -346,7 +346,7 @@
\end{itemize}\bigskip\pause

\defbox{\emph{Definition:} Die Funktion $\bbfunc_{\textsf{LOOP}}:\mathbb{N}\to\mathbb{N}$ liefert für jede Zahl $\ell$ die größte Zahl $\bbfunc_{\textsf{LOOP}}(\ell)$, die ein LOOP-Programm der Länge $\leq\ell$ für eine leere Eingabe (alle Variablen sind $0$) ausgibt. Dabei sei
$\bbfunc_{\textsf{LOOP}}(\ell)=0$ falls es kein Programm der Länge $\leq\ell$ gibt.
$\bbfunc_{\textsf{LOOP}}(\ell)=0$, falls es kein Programm der Länge $\leq\ell$ gibt.
}\pause

\emph{Beobachtung:} $\bbfunc_{\textsf{LOOP}}$ ist wohldefiniert:
Expand Down Expand Up @@ -453,7 +453,7 @@
}\bigskip\pause

Semantik von $\SStartWhile{\Svar{x}}P~\SEndWhile{}$:\\
$P$ wird ausgeführt solange der aktuelle Wert von $\Svar{x}$ ungleich $0$ ist.\\
$P$ wird ausgeführt, solange der aktuelle Wert von $\Svar{x}$ ungleich $0$ ist.\\
\textcolor{devilscss}{(dies hängt davon ab, wie $P$ den Wert von $\Svar{x}$ ändert)}
\medskip

Expand Down Expand Up @@ -490,7 +490,7 @@

\end{frame}

\begin{frame}\frametitle{WHILE-Berechenbare Funktionen}
\begin{frame}\frametitle{WHILE-berechenbare Funktionen}

\defbox{\emph{Definition:} Eine partielle Funktion $f:\mathbb{N}^k\to\mathbb{N}$ heißt \redalert{WHILE-berechenbar}, wenn es ein WHILE-Programm $P$ gibt, so dass gilt:
\begin{itemize}
Expand Down Expand Up @@ -630,7 +630,7 @@
% \url{http://www.eugenkiss.com/projects/lgw/}\bigskip

\anybox{yellow}{
Was erwartet uns als nächstes?
Was erwartet uns als Nächstes?
\begin{itemize}
\item Relevantere Probleme
\item Reduktionen
Expand Down
12 changes: 6 additions & 6 deletions Vorlesungen/lecture-04.tex
Original file line number Diff line number Diff line change
Expand Up @@ -227,7 +227,7 @@

\examplebox{\emph{Beispiel:} Die Goldbachsche Vermutung (Christian Goldbach, 1742) besagt, dass jede gerade Zahl $n\geq 4$ die Summe zweier Primzahlen ist. Zum Beispiel ist $4=2+2$ und $100=47+53$.}\pause

Man kann leicht einen Algorithmus \Smach{A} angeben, der die Goldbachsche Vermuting systematisch verifiziert, d.h., für alle geraden Zahlen ab $4$ testet:
Man kann leicht einen Algorithmus \Smach{A} angeben, der die Goldbachsche Vermutung systematisch verifiziert, d.h., für alle geraden Zahlen ab $4$ testet:
\begin{itemize}
\item Erfolg: teste die nächste gerade Zahl
\item Misserfolg: terminiere mit Meldung "`Goldbach hat sich geirrt!"'
Expand Down Expand Up @@ -264,7 +264,7 @@
% \alert{Wer rasiert den Barbier?}
\alert{Akzeptiert $\Smach{D}$ die Eingabe $\textsf{enc}(\Smach{D})$?}\pause\\[1ex]

\narrowcentering{$\Smach{D}$ hält und akzeptiert $\quad$ genau dann wenn $\quad$ $\Smach{D}$ nicht hält}\\[1ex]
\narrowcentering{$\Smach{D}$ hält und akzeptiert $\quad$ genau dann, wenn $\quad$ $\Smach{D}$ nicht hält}\\[1ex]

Widerspruch.\qed

Expand Down Expand Up @@ -319,7 +319,7 @@

\begin{frame}\frametitle{Turing-Reduktionen: Beispiel}

\examplebox{\emph{Beispiel:} Das Nicht-Halteproblem $\overline{\Slang{P}}_{\textsf{Halt}}$,
\examplebox{\emph{Beispiel:} Das Nichthalteproblem $\overline{\Slang{P}}_{\textsf{Halt}}$,
ist definiert als\\[1ex]
\narrowcentering{$\overline{\Slang{P}}_{\textsf{Halt}} = \{\textsf{enc}(\Smach{M})\Sterm{\#}\Sterm{\#}\textsf{enc}(w)\mid \text{$\Smach{M}$ hält nicht bei Eingabe $w$}\}$}\\[1ex]
%
Expand All @@ -329,7 +329,7 @@

Daraus ergibt sich:\medskip

\theobox{\emph{Satz:} Das Nicht-Halteproblem $\overline{\Slang{P}}_{\textsf{Halt}}$ ist unentscheidbar.}
\theobox{\emph{Satz:} Das Nichthalteproblem $\overline{\Slang{P}}_{\textsf{Halt}}$ ist unentscheidbar.}

\end{frame}

Expand Down Expand Up @@ -390,7 +390,7 @@
\emph{Idee:} Im letzten Beweis verwendeten wir das $\epsilon$-Halteproblem nicht als Subroutine eines komplexen Programms, sondern wir formten das Halteproblem in ein $\epsilon$-Halteproblem um\bigskip

\defbox{Eine berechenbare totale Funktion $f:\Sigma^*\to\Sigma^*$ ist eine \redalert{Many-One-Reduktion} von einer Sprache \Slang{P} auf eine Sprache \Slang{Q} (in Symbolen: $\Slang{P}\leq_m \Slang{Q}$), wenn für alle Wörter $w\in\Sigma^*$ gilt:\\[1ex]
\narrowcentering{$w\in\Slang{P}\quad$ genau dann wenn $\quad f(w)\in\Slang{Q}$}}\pause\bigskip
\narrowcentering{$w\in\Slang{P}\quad$ genau dann, wenn $\quad f(w)\in\Slang{Q}$}}\pause\bigskip

\examplebox{\emph{Beispiel:} Die folgende Funktion definiert eine Many-One-Reduktion vom
Halteproblem auf das $\epsilon$-Halteproblem:%\\%[-4ex]
Expand Down Expand Up @@ -464,7 +464,7 @@
\bigskip

\anybox{yellow}{
Was erwartet uns als nächstes?
Was erwartet uns als Nächstes?
\begin{itemize}
\item Mehr zu Semi-Entscheidbarkeit
\item Ein unentscheidbares Problem von Emil Post \ldots
Expand Down
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